„Ich mache in jedem Lebenselement Sport“

Ich weiß nicht, ob mein Eindruck täuscht, weil ich genauer hinschaue, als wie gewohnt: Der Sport scheint zur Stadt zu gehören, wie der Strand und das Meer zu Cádiz. Die Dicken, Übergewichtigen gibt es natürlich auch, aber egal ob mit dem Brett unterm Arm, joggend, sprintend oder sich an den öffentlich zugänglichen Turngeräten betätigend – Überall und gefühlt zu jeder Tageszeit, egal ob im Hellen oder im Dunkeln, sind Menschen anzutreffen, die sich aufmachen, sportlich aktiv zu sein.

Wohnen, wo andere

Heiraten!

Zugegeben, das Foto ist schon eine Weile her – aber nachdem heute der Postbote bei uns in der Tür stand, und vom Blick aus dem Fenster ehrlich beeindruckt war, ist die Zeit reif für dieses Bild! Wer bei uns zur Tür hereinkommt, schaut auf genau diesen Platz am Meer! Eben, wir wohnen, wo andere heiraten!

Monday Morning

Was eine Nacht! Irgendwann habe ich mir Ohrstöpsel geholt, weil der Wind so geheult hat – Wir konnten beide nicht schlafen. Unser Schulweg wie gewohnt entlang dem Meer ein besonderes Erlebnis. Warmer Wind bläst uns den Schlaf aus den Augen, wir lassen uns anschieben oder müssen kräftig treten. Hin und wieder spritzt uns die Gischt wach. Besser als jede Dusche: Südwind! Uah!

Was ein Winter-Wunder-Schulweg!

Am besten wärs!

Ich weiß nicht, wie Linn auf die Idee kommt. Wir radeln unseren Weg entlang, unseren Schul-, Arbeits- und sonstigen Weg, manchmal lege ich die Strecke bis zu viermal am Tag zurück – also eigentlich acht Mal. Manchmal halten wir an, schauen aufs Wasser, was dort so vor sich geht. Beobachten Fischerboote, Angler oder die Surfer. Plötzlich hält sie an, und sagt: „Am besten, man machts wie die Zugvögel.“

Was soll ich sagen – Sie hat Recht!

La Luz

Wer eine Reise in diese Ecke Europas unternimmt, erwartet in der Regel (meistens) Sonnenschein. Ob „Costa del Sol“ oder „Costa de la Luz“ – grade egal, scheint es. Es ist – hier wie dort – ständig und überall sonnig und hell – von morgens bis abends, Wolken am Himmel oder graue, trübe und neblige Tage sind nicht vorstellbar. „La Luz“ ist allgegenwärtig. Aber ist es das an anderen Orten dieser Breitengrade nicht ebenso? Warum machen die hier so ein Ding aus diesem „La Luz“? Oft habe ich mir diese Frage in den letzten Wochen gestellt – klar, ist schon nicht das Schlechteste, aber trotzdem. Gibt ja noch Anderes außer Sonne und Licht:

Die vergangenen Tage habe ich es jeoch das erste Mal so richtig verstanden: Es war ein Licht am Himmel, das zu greifen war. Man wollte es festhalten. Irgendwie besonders, nochmal heller, nochmal leuchtender und nochmal gleißender. Licht, Licht, Licht! Nein – La Luz!

Novembertage

Zugegeben, manchmal ist es schon auch neblig am Morgen; aber dieses winterliche, warme Licht, das sich den ganzen Tag über spiegelt, wandelt und einfach alles hell, hell und noch heller erscheinen lässt – das macht schon ein wenig süchtig.

Abendspaziergang

Cádiz, November, 2019.

Es hat den ganzen Tag über immer wieder geregnet, kalt ist es nicht. Linn und ich machen uns auf den Weg in Richtung Kathedrale und sind fast die Einzigen in der großen Kirche. Der Wachmann dreht schon seine abendliche Runde durch das beeindruckende Bauwerk, es ist warm und mächtig hier drinnen. Das Licht wird dunkler und wir gehen raus, so ruhig wie heute sind uns die Gassen seit wir hier sind noch nicht begegnet. Plötzlich entdecken wir besondere Ecken und Durchgänge, können stehen bleiben und schauen, ohne dass ständig jemand an einem vorbei läuft oder mit dem Handy irgendwelche Fotos macht.

Wir sitzen noch eine zeitlang oben auf dem Dach des Pabellon Mirandella, das Meer klatscht noch immer aufgewühlt und wild an die Kaimauer. Gut, dass diese hier so hoch ist!