Kunst und Garten

„Gärtnern heißt, Natur zu gestalten und den natürlichen Drang zu überwinden, lediglich das zu tun, was dem Dasein und Nutzen dient. Die Gestaltung eines Gartens vermittelt nicht nur das Bedürfnis nach Schönheit, sondern ist Ausdruck einer geistigen Freiheit.“

(Ohlsen 2007, S. 11)

Die Auseinandersetzung mit dem Garten als Prinzip nimmt in den letzten Jahren meiner Arbeit großen Raum ein. Neben der Entwicklung des eigenen Garten als ein sinnliches, begeh- und wandelbares Gebilde und Ort individueller Erfahrung, entstehen seit einigen Jahren Arbeiten unterschiedlichster Materialität. Dieser Werkkomplex, der bisher noch in keiner Präsentation gezeigt worden ist, thematisiert den Garten als einen Ort der Wertschätzung, individueller Wahrnehmung und gesellschaftlicher Entwicklung. Der Garten als ein eigenes Wesen, dessen Bild durchschritten wird.

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Garten denken

Garten als Prinzip verlangt nach langfristiger Auseinandersetzung und einem tiefen Verständnis für natürliche Prozesse. Diese unterliegen in einem Garten der bewussten Beschäftigung mit Fragen nach dem Verhältnis von Kontrolle versus Wachstum und Anarchie. Welches, wann und wieviel natürliches Wachstum ist möglich und relevant? Welches Wachstum entspricht meinem Streben nach dem „Guten Garten“? Wieviel Wachstum kann ich zulassen und aushalten? Der sich daraus ergebende Diskurs schließt den Bogen mit den im Bereich „Kunst und Natur“ bereits angesprochenen Fragen: Wieviel Natur ist die Gesellschaft bereit, auszuhalten und wieviel muß sie aushalten und Bemühungen unternehmen, um sich nicht selbst zu zerstören.

Der Garten ist ein eigenes Wesen …

….dessen Bild durchschritten wird. Ausgehend von den zunächst individuellen Fragestellungen, die sich aus der direkten Arbeit mit dem Themenbereich Garten entwickeln, unterliegt der künstlerische Dialog unweigerlich einer ständigen Bewegung und agiert metaphorisch. Dabei richtet sich das Augenmerk „über den Tellerrand des eigenen Gartenzaun hinaus“ und rückt den in dieser Hinsicht immer noch stark vernachlässigten öffentlichen Raum in den Fokus.

Garten als Prinzip kann damit nur mit der Durchdringung von Behausung, Innen- und Außenraum betrachtet und verstanden werden. Garten als Prinzip, bzw. die „eigenen vier Wände“, sind letztlich der Platzhalter für die Reflektion lebenserhaltender Fragen.